revolutionäre Geschichte

Wann, wenn nicht jetzt?

Die Ereignisse in Syrien überschlagen sich.

Nachdem das syrische Regime bereits in den letzten Wochen kurdische Stadtteile in Aleppo angegriffen hat, ist es nun zum zum Generalangriff auf die Selbstverwaltung in Nord- und Ostsyrien übergegangen. Mittlerweile sind die mehrheitlich arabischen Städte unter Kontrolle des syrischen Regimes, in anderen Teilen Rojavas wird nach wie vor heftiger Widerstand geleistet. Insbesondere Kobane, eine Stadt, die wie sonst keine für den Widerstandsgeist Rojavas steht, ist aktuell eingekesselt durch die islamistischen Milizen unter Führung Jolanis.

Ohne wirklich tief in die militärische Situation vor Ort einzusteigen, lässt sich Eines klar sagen: Die Situation ist verdammt ernst. Es geht im Moment um alles. Es geht darum, ob Rojava fortbesteht oder fällt.

Rojava wurde niemandem Geschenkt, Rojava wurde erkämpft!

Rückblick: Luxemburg-Liebknecht-Lenin Gedenken in Berlin

Im Folgenden ein Blick auf einige Aktivitäten, die am vergangenen Wochenende im Rahmen des jährlichen Gedenkens an Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Vladimir Lenin stattgefunden haben. Rosa und Karl, die beiden revolutionären Köpfe der deutschen Arbeiter:innenbewegung und Mitgründer:innen der KPD, wurden am 15. Januar 1919 von Freikorps, die in enger Verbindung zur SPD standen, ermordet um die Novemberrevolution abzuwürgen. Lenin starb am 21. Januar 1924 an schwerer Krankheit, nachdem er als zentraler Stratege und politischer Führer der russischen Revolution zum Sieg verholfen und die Gründung der Sowjetunion auf den Weg gebracht hat.

Insgesamt sind über 10.000 Sozialist:innen und Kommunist:innen bundesweit und international nach Berlin gekommen, um den Revolutionär:innen zu gedenken und um in Veranstaltungen, Demonstrationen und Aktionen die Aktualität des Kampfes für eine sozialistische Gesellschaft in den Fokus zu rücken.

Revolutionäre Geschichte verteidigen – Damals wie heute: Der Hauptfeind steht im eigenen Land!

Jedes Jahr Anfang Januar kommen tausende Menschen in Berlin zusammen, um Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht zu gedenken. Die Demonstration in der Erinnerung an Luxemburg-Liebknecht-Lenin hat bis heute ihre Anziehungskraft nicht verloren. Ihre Bedeutung geht über die kommunistische Bewegung hinaus. Das bürgerliche Lager und ihre Medienhäuser schauen genauso auf die Demonstration wie andere Teile der politischen Linken.

Dass die LLL-Demonstration heute kein Relikt vergangener Zeit ist, liegt in ihr selbst. Seit Beginn an ist das Gedenken an die Führer:innen der Novemberrevolution 1918 mit den Angriffen der Konterrevolution konfrontiert – außer in den vier Jahrzehnten, in denen es mit der DDR einen anderen deutschen, einen sozialistischen Staat gab, wo das Gedenken an Luxemburg und Liebknecht Ehrensache und Vermächtnis war.

Die Angriffe sind nicht ohne Grund: Die Namen selbst, derer Anfang Januar in Berlin gedacht wird, sind den Herrschenden bis heute ein Dorn im Auge. Es sind die Mitbegründer:innen der kommunistischen Partei, die immerhin maßgeblich dazu beigetragen haben, dass der 1.Weltkrieg für den deutschen Imperialismus, die Herrschenden und Kapitalisten in diesem Land zuerst einmal verloren ging und das Proletariat einige Siege davon tragen konnte.

Auf zum Luxemburg-Liebknecht-Lenin Wochenende nach Berlin!

Aufruf von Bund der Kommunist:innen | Rote Jugend Deutschland | Perspektive Kommunismus zum LL-Wochenende nach Berlin:

„Jahr für Jahr gedenken Kommunist:innen am zweiten Januar- Wochenende der gefallenen Revolutionär:innen in Deutschland, allen voran Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Wir meinen, dass ein kämpferisches Gedenken gerade heute aktueller ist denn je. Das Werk von Rosa und Karl könnte relevanter nicht sein. Damals wie heute befinden wir uns in einer Situation, in der die herrschende Klasse Militarismus und Kriegsvorbereitung auf die Tagesordnung setzt.
Damals wie heute sehen wir, wie die Armut und Not der Arbeiter:innenklasse sich immer weiter vertieft, und die Herrschenden darauf nichts anderes zu antworten wissen, als den Militarismus nach innen zu wenden. Schon damals schrieb Karl Liebknecht:
„Allerdings soll nicht vergessen werden, dass sich der Militarismus auch gegen den inneren nationalen, selbst religiösen ‚Feind‘ – in Deutschland zum Beispiel gegen die Polen, Elsässer und Dänen – richtet.“ […]“

Freiheit für Daniela Klette!

Nach Jahrzehnten öffentlicher Fahndung ist Daniela Klette im Februar 2024 festgenommen worden. In den letzten Jahren wurde die Hetzjagd von Behörden und Medien gegen sie und weitere Genoss:innen extrem verschärft. Die RAF forderte den Staat heraus und griff einzelne Repräsentanten von Staat und Kapital an. Diese wollen sich nun stellvertretend an Daniela, die sie der „Dritten Generation“ (der RAF) zuordnen, rächen.

Auch die Fahndung nach den Genossen Ernst-Volker und Burkhard läuft weiterhin auf Hochtouren. Von Letzterem erschien kürzlich ein Brief, der sich an die linke Bewegung richtete und deutlich machte, dass Burkhard trotz seines jahrzehntelangen Aufenthaltes im Untergrund nicht an politischem Bewusstsein und Kampfwillen verloren hat.

Im Frühjahr 2025 wird der Beginn des Prozesses von Daniela erwartet.

Wir sind solidarisch mit Daniela Klette, die sich in den 70ern in der Roten Hilfe politisierte und später dem bewaffneten Kampf anschloss. Es war eine Zeit der Hoffnung auf gesellschaftliche Brüche. Eine Zeit von internationalen Revolten und verschärfter Klassenkämpfe. Während USA und BRD in Vietnam einen barbarischen Krieg führten, wurden hierzulande Studierendenproteste brutal bekämpft und ehemalige Nazi-Größen wieder in bedeutenden Institutionen platziert.

Auf zum LLL-Wochenende: Krieg dem Krieg! Kommunist:innen vereinigt euch!

Gemeinsam mit dem Bund der Kommunist:innen und der Revolutionären Perspektive aus Berlin, der Roten Jugend Deutschland und dem Roten Kollektiv Kiel, mobilisieren wir zum Revolutionären Block auf der Luxemburg-Liebknecht-Gedenkdemo am Sonntag, den 12. Januar in Berlin. Am Vortag findet ebenfalls dort die 30. internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz der Tageszeitung jungeWelt statt, auf der wir uns mit einem Info-Stand beteiligen.

„Jedes Jahr kommen wir Kommunist*innen, wir Revolutionär*innen und wir Antifaschist*innen auf die Straße, um den Gefallenen und Gestorbenen unserer Klasse zu gedenken!
Am 15. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht von einem faschistischen Mob der Freikorps ermordet. Die Worte und Taten der beiden geben uns heute, genau wie vor 100 Jahren, politische Orientierung. Sie stellten sich trotz Verfolgung und Anfeindungen konsequent gegen den imperialistischen Krieg und setzten sich für die Interessen der Arbeiter*innenklasse und damit für die internationale Solidarität der Ausgebeuteten und Unterdrückten ein. Im Gegensatz zur Mehrheit der SPD hielten sie an der Perspektive der sozialistischen Revolution fest und kämpften damit für eine echte Befreiung aller Unterdrückten.
Nur fünf Jahre später, am 21. Januar 1924, starb Lenin und damit ein wichtiger Vorkämpfer des internationalen Proletariats. Die KPD nahm diesen Revolutionär mit in das Gedenken auf. Lenin hatte 1917 die Oktoberrevolution zum Erfolg geführt und den Aufbau des Sozialismus in der Sowjetunion vorangetrieben.“

Revolutionäre Geschichte: Funken und Feuer Broschüre

Geschichtsbroschüre von Perspektive Kommunismus in Zusammenarbeit mit „Gestern – Heute – Morgen – Initiative für revolutionäre Gedenkpolitik“: Der Zeitraum, dem wir uns in dieser Broschüre widmen wollen, schließt an die Novemberrevolution 1918 und den unmittelbar darauf folgenden Januaraufstand 1919 an. Die Novemberrevolution war der stärkste Ausdruck der revolutionären Arbeiter:innenbewegung, den Deutschland je erlebt hatte. Der Kaiser samt seinem Regime ist verjagt und der Weltkrieg beendet. Die kapitalistische Ordnung war heftig ins Wanken geraten. Die Menschen in der jungen Republik – ob unmittelbar und aktiv an den Ereignissen beteiligt oder nicht – hatten die Erfahrung gemacht, dass die Welt verändert werden kann. Eine geschichtliche Umwälzung – komprimiert in einen sehr kurzen Zeitraum – konnte am eigenen Leib erlebt werden. Die Arbeiter:innenklasse hatte erfahren, dass Klassenkampf, proletarische Selbstorganisation und der Aufbau von revolutionärer Gegenmacht keine leeren Phrasen sind, sondern dass mit diesen Mitteln tatsächlich etwas bewegt werden kann.

Bericht: Luxemburg-Liebknecht-Lenin Demo 2024

Mehrere tausend Teilnehmer:innen beteiligten sich am 14. Januar an der Gedenkdemonstration für Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg und Wladimir Iljitsch Lenin. 2024 jährt sich die Ermordung der beiden KPD-Gründer:innen und Führungsfiguren der revolutionären Bewegung nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland zum 105. Mal. Lenin ist am 21. Januar vor genau 100 Jahren verstorben und hinterlässt ein politisches Erbe, dessen analytische, methodische und strategische Tiefe auch für einen revolutionären Aufbauprozess im 21. Jahrhundert unverzichtbar bleibt.

Angesichts des eskalierenden israelischen Kriegs gegen die palästinensische Bevölkerung bildete die Solidarität mit Palästina und dem dortigen Befreiungskampf einen gemeinsamen Bezugspunkt für den Großteil der diesjährigen Demonstration.